Das Wichtigste in Kürze
- Bei einem BMW 116i (F20) mit N13B16 waren die Kunststoff-Gleitschienen der oberen Steuerkette und des unteren Kettentriebs (Ölpumpenantrieb) komplett gebrochen — ohne dass der Motor durch Laufgeräusche auffällig geworden war.
- Ursache war nicht die Laufleistung, sondern Materialalterung: Die Weichmacher im Kunststoff der Schienen lösen sich mit der Zeit heraus, das Material wird spröde und bricht.
- Wir haben den kompletten Kettentrieb erneuert, bevor Bruchstücke das Ölsieb verstopfen und einen Totalschaden auslösen konnten.
Wie das Fahrzeug zu uns kam.
Ein BMW 116i (F20) in auffälligem Orange stand bei uns in der Werkstatt — äußerlich ein unauffälliger, sportlicher Kompakter. Unter der Haube zeigte sich beim Blick ins Diagnosegerät und bei der anschließenden Demontage jedoch ein anderes Bild: Der Kettentrieb des N13B16 hatte sein Lebensende erreicht, und zwar auf eine besonders heimtückische Art — ohne die typischen Warngeräusche, auf die viele Fahrer warten.

Was die Diagnose ans Licht brachte.
Beim Auslesen des Fehlerspeichers (ISTA) gab es erste Hinweise auf ein Problem — die volle Tragweite zeigte sich aber erst bei der physischen Begutachtung. Nach dem Öffnen des Motors von unten und der Demontage der Ölwanne fanden wir ein Bild, das jedem Kfz-Profi Sorgen bereitet: Teile der Gleitschienen waren komplett weggebrochen und direkt in die Ölwanne gefallen. Betroffen war dabei nicht nur eine einzelne Schiene — sowohl die Gleitschiene der unteren Kette (Ölpumpenantrieb) als auch die der oberen Steuerkette waren gebrochen und hatten sich im Ölkreislauf verteilt.



Typisch für den N13B16?
Ja — das Phänomen ist bei Motoren mit Kunststoff-Gleitschienen an der Steuerkette serienweit bekannt, nicht nur beim N13. Über die Jahre verflüchtigen sich die im Kunststoff gebundenen Weichmacher, ein Alterungsprozess, der durch Heiß-Kalt-Wechsel und ständigen Motorölkontakt beschleunigt wird. Das Material wird spröde und hart, bis die Schienen brechen — unabhängig davon, ob das Fahrzeug erst 60.000 oder schon 160.000 Kilometer gelaufen ist. Für den N13B16 heißt das: Die Laufleistung allein ist kein verlässlicher Indikator, das Alter des Fahrzeugs zählt mindestens genauso stark.
Das Ausmaß im Detail: Die abgebrochenen, dunkelbraun verfärbten Kunststoffteile waren extrem brüchig, jegliche Elastizität war verschwunden. Solche Fragmente können das Ölsieb blockieren — die Folge wäre ein sofortiger Schmierfilmabriss und damit ein akuter, totaler Motorschaden.



So haben wir den Kettentrieb wieder aufgebaut.
Um die Betriebssicherheit des Motors wiederherzustellen, war eine Teilreparatur keine Option — beide betroffenen Bereiche mussten komplett erneuert werden, inklusive aller Zahnräder sowie der Spann- und Führungselemente der unteren Kette.

Wie das Fahrzeug uns verlassen hat.
Das Fahrzeug befand sich für zwei Tage bei uns. Im Rahmen der Probefahrt wurde zusätzlich eine defekte Kurbelgehäuseentlüftung festgestellt. Nach Rücksprache mit dem Kunden wurde diese ebenfalls erneuert.
Häufige Fragen zum N13B16.
Welche Probleme sind beim N13B16 typisch?
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Beim N13B16 versagen mit der Zeit die Kunststoff-Gleitschienen der Steuerkette, sowohl an der oberen Kette als auch am Antrieb der Ölpumpe. Grund ist ein chemischer Alterungsprozess: Die im Kunststoff gebundenen Weichmacher lösen sich durch Hitze und Motorölkontakt heraus, das Material wird spröde und bricht. Die abgebrochenen Splitter landen in der Ölwanne und können bei Verstopfung des Ölsiebs einen Totalschaden verursachen.
Ist die Laufleistung entscheidend, oder reicht schon ein niedriger Kilometerstand?
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Die Laufleistung spielt beim N13B16 eine untergeordnete Rolle. Da die Gleitschienen durch Materialalterung versagen, kann ein Fahrzeug mit vergleichsweise niedrigem Kilometerstand ebenso betroffen sein wie ein Vielfahrer-Fahrzeug. Entscheidender ist das Alter des Fahrzeugs bzw. der verbauten Bauteile.
Muss ich auf ein Rasseln beim Kaltstart warten, um ein Problem zu bemerken?
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Nein, und genau das macht den Schaden gefährlich: Die Gleitschienen können brechen, ohne dass vorher deutliche Laufgeräusche auftreten. Eine präventive Prüfung des Kettentriebs in der Fachwerkstatt ist deshalb sinnvoller als das Warten auf akustische Warnsignale. Ein rechtzeitiger Austausch ist immer günstiger als ein Motorschaden durch im Ölkreislauf zirkulierende Kunststoffsplitter.
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