BMW 650i N63B44B – Motorschaden

Herzlich Willkommen zu unserem Blog, rund um das Thema Motor /Motorreparatur / Austauschmotor der Motorschmiede in Oberhausen. In diesem Beitrag möchten wir dir die Reparatur eines BMW 650i mit einem N63B44B Motor vorstellen.

 

Kurz ein paar Eckdaten zum Fahrzeug:

Fabrikat: BMW 650i

Baujahr:2013

Leistung: 330 kW / 449 PS

Laufleistung: 65.000 km

Der N63B44B Motor ist ebenfalls im BMW 550i / BMW 750i / BMW X5 / BMW X65,0e verbaut.

Der Kunde meldete sich mit folgendem Problem:

Über das Internet und diverse Forumsbeiträge ist unserer Kunde aus dem entfernten Potsdam auf uns Aufmerksam geworden und hat uns in einem Telefonat über hohen Ölverbrauch und blauem Qualm aus dem Auspuff berichtet. Leider ist diese Beschreibung keine Seltenheit und wir hatten bereits eine Vermutung. Um diese zu bestätigen haben wir das Fahrzeug bei unserem Kunden nach Rücksprache abgeholt und zu uns in die Werkstatt gebracht.

Zu Beginn haben wir den Motor mit dem Endoskop untersucht. Mit Blick auf den Kolben wurde schnell klar, dass hier viel Öl verbrannt wurde. Auf dem Kolben waren deutliche Ablagerungen zu erkennen.

Jetzt begann die Suche nach der Ursache. Als erstes musste der Zylinderkopf und einige Anbauteile demontiert werden, damit wir uns ein genaueres Bild von dem Schaden machen konnten.

Kaum war der Zylinderkopf demontiert, wurde schnell klar was das Problem ist. Die defekte Ventilführung und Schaftdichtung haben bei diesem N63 Motor zu dem hohen Ölverbrauch und der Verrußung auf den Kolben geführt. Die Ventilführungen sorgen für eine zentrische Führung des Ventils. Sollte diese allerdings verschlissen sein, wie in diesem Fall, sitz das Ventil nicht mehr richtig im Zylinderkopf und schließt somit nicht mehr richtig. Das ist nichtförderlich für einen guten Verbrennungsprozess. Durch die defekte Ventilschaftdichtung konnte dann noch zusätzlich Öl in den Brennraum gelangen, welches bei laufendem Motor zu blauem Rauch aus dem Auspuff führt und noch weitere Defekte hervorruft.

Da der Kunde bereits einige Zeit mit dem erhöhten Ölverbrauch gefahren ist, lag das Resultat auf der Hand -Motorschaden. Der Motorblock, genauer die Zylinderlaufbahn, eines N63 Motors ist im Gegensatz zu vielen anderen Motoren nicht mit einem Kreuzschliff versehen. BMW griff hier auf eine Nikasil-Beschichtungzurück. Bestehend aus Nickel, Karbid und Silicium soll somit eine verlängerte Haltbarkeit und eine sehr gute Laufeigenschaft gegeben sein.

Die Verkrustungen, welche sich durch die defekte Dichtung bilden können, haben jedoch deutliche Schäden an der beschichteten Zylinderlaufbahn hinterlassen. Diese Verkrustungen reiben so lange an der Innenseite des Blocks, bis sich die Beschichtung auflöst. Das sieht man in diesem Fall anhand deutlicher Riefen auf der Laufbahn. In diesem Zustand war der Motorblock nicht mehr zu gebrauchen.

Da dies leider kein Einzelfall ist, erzählen wir kurz etwas aus unserer jahrelangen Erfahrung:

Der N63von BMW ist an sich ein schöner V8 Motor mit ordentlich Leistung, allerdings hat dieser auch einige Probleme. Die Ventilschaftdichtungen werden gerne porös, was zu hohem Ölverbrauch führt. Die Steuerkette kann sich längen, was dazu führt, dass die Plastikgleitschienen brechen und so kleine Teile in die Ölwanne gelangen. Diese Teile können dann den Öl-Fluss verstopfen was bekanntlich nicht gut für einen Motor ist. Es kommt auch oft zu Stegrissen zwischen Kerzengewinde und Brennraum, was den Zylinderkopf unbrauchbar macht und ein neuer verbaut werden muss. Deshalb kam es vor allem in den USA zu einigen Rückrufaktionen aufgrund von diversen Problemen des N63. Dieser wurde immer weiter verbessert und überarbeitet, allerdings hat der Motor immer noch mit Problemen zu kämpfen.

In einem Telefonat haben wir dem Kunden über den Schaden informiert und eine Überholung des Motors vorgeschlagen. Weitere vorbeugende Maßnahmen haben wir ebenfalls besprochen und sind gemeinsam zu dem Entschluss gekommen folgende Arbeiten durchzuführen, um ein bestmögliches und langanhaltendes Ergebnis zu erzielen.

Motorüberholung

Der erste Schritt war die Demontage des Motors inklusive aller Anbauteile wie Motorhaube, Lichtmaschine, Klimakompressor, Motorkabelbaum, Turbolader und Weitere. Anschließend wird der Motor aus dem Motorraum gehoben und zur Zerlegung vorbereitet.

Zu Beginn haben wir den Zylinderkopf des N63 ausgebaut, gereinigt und vermessen. Anschließend musste dieser einmal plangeschliffen werden, die Ventilsitze nachgefräst werden und Ventilführungen, welche ja in diesem Fall für den Motorschaden gesorgt haben, erneuert werden.

Der nächste Schritt war die Überprüfung der Nockenwelle. Diese wurde vermessen, gerichtet und geschliffen. Sollte die Nockenwelle nicht mehr zu gebrauchen sein, wird sie ersetzt. Das gilt auch für die Ventile. Diese werden geprüft, dann geschliffen oder gestrahlt und wenn nötig ersetzt. Nachdem alle Komponenten des Zylinderkopfes überarbeitet wurden, konnte dieser wieder zusammengebaut und abgedrückt werden, um eventuelle Undichtigkeiten zu erkennen.

Auch das Herz des BMW 650i, der Motorblock, wurde zunächst gereinigt und vermessen. In diesem Fall wurde der Block erneuert, da die beschichteten Zylinderlaufbahnen bereits beschädigt waren, was aus wirtschaftlicher Sicht nicht reparabel ist. Auch die alten Kolben mussten aufgrund der Abnutzung und Ablagerung des Öles erneuert werden. Die Kurbelwelle hingegen wurde poliert, geschliffen und kann somit wieder in Betrieb genommen werden. Zuletzt wurde die Ölpumpe auf Funktionalität geprüft und für die Montage vorbereitet.

Jetzt konnte der erneuerte Rumpfmotor mit dem Zylinderkopf zusammengesetzt werden. Letzter Schritt war dann natürlich der Einbau zurück in den 6er BMW.

Beim zusammenbauen des Motors wurden sämtliche Dichtungen und Bauteileerneuert. Dazu zählen alle Steuerketten, die Kettenspanner, die Gleitschienen, Ventilschaftdichtungen, Kolbenringe, Kurbelwellenhauptlagerschalen, Pleuellagerschalen, Ventildeckeldichtungen, Dichtungen und Schrauben vom Zylinderkopf, Abgaskrümmerdichtungen, Ölwannendichtung und der Radialwellendichtring, welche alle erneuert werden.

Vorbeugende Maßnahmen

Die Steuerkette wurde bei diesem N63 im gleichen Zug mit erneuert, um Folgeschäden zu vermeiden. Außerdem wurden zusätzlich verstärkte Pleuellager verbaut. Die Lager sind mit einer besonderen Beschichtung versehen, die für eine längere Laufzeit sorgt.

Auch beim N63 Motor ist die Steuerkette leider eine Schwachstelle, die bei einem Riss zum Totalschaden führen kann. Meistens längt sich die Kette, was sich bei einem Kaltstart in den Ersten1-2 Sekunden durch ein Rasseln bemerkbar macht. Wir empfehlen die Steuerkette inklusive Anbauteilenach ca.100.000-150.000Km zu wechseln. Unserer Kunde hat sein Fahrzeug zufrieden wieder in Empfang genommen und wir haben ihm allseits eine gute Fahrt gewünscht!

 

Bevor wir diesen Beitrag schließen, möchte ich noch etwas spezifisches zum N63 Motor von BMW verlieren:
Der N63 ist ein V8-Ottomotor von BMW mit Direkteinspritzung er besitzt einen Bi-Turbolader und eine wassergekühlte Ladeluftkühlung. Verbaut wurde er erstmalig 2008 und ist neben dem BMW F12 & F13 auch im BMW F01& F02 des BMW 7er-Modells sowie im BMW F10 & F11 des 5er Modells und im BMW E70 & E71 letztendlich auch BMW X5 & X6 verbaut. Die zwei Varianten mit der Bezeichnung A / B unterscheiden sich wie folgt:

-N63B44A mit einem Hubraum von 4395 cm³ kommt er auf eine Leistung von 300 kW (408 PS).

-N63B44B der ab 2012 mit einer Valvetronic ausgestattet wurde, 330 kW (449 PS).

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